Rentenregelungen, Eigentumsverhältnisse, Hauptstadt-Frage, Hymne: Vieles war lange umstritten, auch noch im vereinten Deutschland. Auch daran erinnerten die Redner beim Festakt zu 20 Jahren Einigungsvertrag. Aber vor allem galt es, wie Kanzlerin Merkel betonte, den “Sieg der Freiheit” zu feiern.
Harmonische Vereinigung oder unvermeidlicher Anschluss - diese Debatte über den Charakter des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik zog sich auch durch die Festveranstaltung im Berliner Kronprinzenpalais. Hier wurde vor 20 Jahren der Einigungsvertrag unterzeichnet - vom West-Innenminister Wolfgang Schäuble und vom Ost-Staatssekretär Günther Krause.
Kein Beitrittsvertrag, sondern Einigungsvertrag oder doch abwicklungsvertrag?
Auch der heutige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) war 1990 in den Einigungsprozess eingebunden - als Berater des letzten DDR-Ministerpräsidenten. Für ihn ist der Einigungsvertrag beispiellos: “Der Vertrag war das Ergebnis historisch einmaliger Verhandlungen. Er war kein Beitrittsvertrag, sondern ein wirklicher Einigungsvertrag.” De Maizière machte aber auch darauf aufmerksam, dass es damals heftige Auseinandersetzungen gab - über die Hauptstadt-Frage, den Föderalismus, das Abtreibungsrecht, die Stasi-Unterlagen. Zudem habe es Eigentumsstreitigkeiten gegeben und das Problem: Soll der DDR-Text “Auferstanden aus Ruinen” sich auch in der Hymne des neuen Deutschlands wiederfinden?
für mich war es beides sowol einen einigungsvertrag als auch ein abwicklungsvertrag!
das einzig gute daran war, das der volkswille erfüllt wurde!
Deutschland hätte ein bisschen mehr übernehmen müssen
Heute wissen wir: Deutschland hätte von der DDR vielleicht nicht den Hymnentext, aber ruhig ein bisschen mehr übernehmen können als das Ampelmännchen oder den Grünen Pfeil.” Auf jeden Fall, sagt der damalige Verhandler und heutige Finanzminister Wolfgang Schäuble, sei es 1990 ausgesprochen fair zugegangen.
was ich aber immer wieder feststelle wenn ich in den osten von deutschland fahre ist, das die leute die die ddr noch erlebt haben, sehr freundlich und zuvorkommend gegen über mir sind. sowas kann man nicht in einen vertrag schreiben, aber ich hoffe, das es noch lange gelebt wird!
Am Ende wurde im Berliner Kronprinzenpalais eine Gedenktafel enthüllt und die Nationalhymne gespielt - in der final gültigen West-Version.
Der einigungsvertrag zum nachlesen(externer link)
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4 Kommentare
So viel Zeit ist vorbeigegangen und so viel hat sich geaendert! Deutschland hat so ein Comeback gemacht wie niemand erwartet hat!
Finde ich auch gut so!
Denke auch dass einige Errungenschaften der DDR vorschnell über Bord geworfen wurden. Und jetzt teilweise, nach vielen Jahren, langsam im ganzen Land eingeführt werden sollen (z. B. Polikliniken und flächendeckende Kinderbetreuung). Bei einer wirklichen Vereinigung (auf Augenhöhe) hätte das früher geschehen können.
Auch ich, als gebürtiges Ostdeutscher, erinnere mich noch sehr gut an die Wiedervereinigung und wie sie von den Ostdeutschen gefeiert wurde. Es war historisch und emotional einfach nur einmalig. Noch die habe ich so ein Wir-Gefühl erlebt.
Schade nur dass nach 20 Jahren immer noch grosse wirtschaftliche Unterschiede bestehen, wie z.b. Ost- und Westgehälter.