Kleinbahn der Rekorde die eröffnung der Kanzler U-Bahn in Berlin

Kanzlerbahn Berlin u55 foto dpa

Die neue U-Bahn-Linie 55 ist sehr kurz, die Liste ihrer Superlative umso länger und sie wird morgen nach 14 jahren bauzeit eröffnet und in betrieb genommen!

Es hat lange gedauert, jetzt ist es so weit. Berlin bekommt eine neue U-Bahn-Linie. Die U 55, die in Mitte vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Brandenburger Tor führt, wird morgen eröffnet.

Die kürzeste U-Bahn-Linie Berlins: Diese Distanz lässt sich auch bequem laufen - von Endstation zu Endstation misst die U 55 gerade mal rund 1,8 Kilometer. Fahrzeit: laut Fahrplanauskunft zwei Minuten. Nördlich vom Hauptbahnhof führt die Strecke 200 Meter weiter, dort werden die Züge abgestellt und gewartet. Das folgende, 250 Meter lange Tunnelstück, das als “Vorhaltebauwerk” für eine spätere (aber unwahrscheinliche) Fortführung in Richtung Turmstraße dient, wird ebenfalls als Werkstatt genutzt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sprechen von der “vielleicht kürzesten U-Bahn-Linie der Welt”. Noch kürzer war in Berlin der erste Vorläufer der U 8, der 1927/28 von der Boddin- bis zur Schönleinstraße führte - 1,6 Kilometer. Die frühere U 5, die bis 1970 zwischen Deutsche Oper und Richard-Wagner-Platz verlief, war sogar nur knapp 700 Meter lang.

Der einzige Inselbetrieb in Berlin: Die U 55 ist nicht mit dem U-Bahn-Netz verbunden.

Die U55 sollte ja schon 2006 zur fussball Europameisterschaft in betrieb gehen dann hätte ich das schauspiel live mitbekommen, da ich zu dieser zeit in berlin verweilte, nicht wegen der fussballEM sondern weil ich berlin als spannende stadt empfinde und ein paar bekannte habe ich da auch!

Der teuerste U-Bahnhof Berlins: Allein die Baugrube und der Rohbau der Station Bundestag haben 115 Millionen Mark, fast 59 Millionen Euro, gekostet. Der einzige Zwischenhalt der U 55 ist aufwendig ausgefallen, weil er das “Bürgerforum” mittragen sollte, das zwischen dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags und dem Kanzleramt vorgesehen war. Das Forum wurde nicht gebaut, die Station jedoch schon. Das von Axel Schultes und Charlotte Frank entworfene Bauwerk ist sehr großzügig - die Halle ist laut BVG 3 000 Quadratmeter groß und acht Meter hoch. Die Station wirkt auch ungewöhnlich elegant - polierter Sichtbeton dominiert, verglaste Öffnungen über 15 Säulen lassen Tageslicht hinein.
wie man sieht kann man auch anderswo teuer und mit riesigem zeitaufwand bauen, nicht nur in der schweiz!
mehr zum thema:
Kleinbahn der Rekorde by Berliner Zeitung

U55 eröffnet - kühle, schöne und großzügige Stationen by Hauptstadtblog berlin

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4 Kommentare

  1. geschrieben am Dezember 29, 2009 um 3:08 pm Uhr | Permalink

    Ob das wirklich notwendig war bleibt zu bezweifeln… Aber es ist schön zu sehen, dass wir Deutschen uns trotz weltweiter Kriese gerne noch solche Annehmlichkeiten leisten…

    In Madrid gibt es eine U-Bahn line. Die hat 2 Stationen (Anfang und Ende :) Die Fahrtzeit übersteigt nicht 2 Minuten. Allerdings hat Madrid wahrscheinlich auch die doppelte Anzahl an Fahrgästen zu transportieren und diese U-Bahn ist bietet tatsächlich eine sehr schnelle Verbindung zwischen Zwei Knotenpunkten, die mit anderen Linien oder Verkehrsmitteln wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.

    Im Falle von Berlin sehe ich diese Notwendigkeit nicht…

  2. geschrieben am Februar 14, 2010 um 4:06 pm Uhr | Permalink

    Das nenne ich einen Rekord ;)

  3. geschrieben am Oktober 3, 2010 um 11:20 pm Uhr | Permalink

    Es würde in Berlin tatsächlich sinnvollere Infrastrukturprojekte geben als diese U-Bahn Linie. Ich bin vor einigen Wochen mit der “Kanzler U-Bahn”, wie sie hier in Berlin auch genannt wird, gefahren. Eigentlich mehr aus Zufall, weil ich gerade in der Gegend war. Bisher dient sie meiner Meinung nach hauptsächlich für das Prestige, weil die Bahnhöfe sehr repräsentativ gestaltet sind. Wenn die Linie irgendwann einmal im U-Bahn Netz integriert ist, machen diese Bahnhöfe allerdings mehr Sinn. Dann gibt es nämlich eine Verbindung zum neuen Hauptbahnhof, den man bisher nur mit der S-Bahn erreicht.

  4. geschrieben am März 10, 2011 um 7:22 pm Uhr | Permalink

    Es scheint irgendwie im Trend zu liegen, Geld in zumindest überdenkenswerte Projekte zu stecken. Allerdings nur, wenn die Öffentliche Hand dahinter investiert.

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